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Kosten und Risiken

Welche Risiken hat ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor kann Anlageentscheidungen organisieren. Die wirtschaftlichen Risiken der gewählten Anlagen bleiben bestehen. Entscheidend sind das Portfolio, seine Steuerung und Ihre Fähigkeit, Verluste auszuhalten.

4 Minuten LesezeitRedaktionsstand 04.11.2026Perspektive Österreich
Verlust und notwendige Erholung
Verlust und notwendige ErholungNach 10, 20, 30 und 50 Prozent Verlust sind rund 11,1, 25, 42,9 und 100 Prozent Gewinn nötig. Eigene Rechnung: Erholung = Verlust ÷ (100 − Verlust) × 100. Bezogen auf den verbleibenden Wert; ohne Kosten, Steuern, Ein- oder Auszahlungen. Die Balken zeigen den erforderlichen Gewinn, keine Prognose.−10 %+11.1 %−20 %+25.0 %−30 %+42.9 %−50 %+100.0 %
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Eigene Rechnung: Erholung = Verlust ÷ (100 − Verlust) × 100. Bezogen auf den verbleibenden Wert; ohne Kosten, Steuern, Ein- oder Auszahlungen. Die Balken zeigen den erforderlichen Gewinn, keine Prognose.
Ausführliche Bildbeschreibung

Nach 10, 20, 30 und 50 Prozent Verlust sind rund 11,1, 25, 42,9 und 100 Prozent Gewinn nötig. Eigene Rechnung: Erholung = Verlust ÷ (100 − Verlust) × 100. Bezogen auf den verbleibenden Wert; ohne Kosten, Steuern, Ein- oder Auszahlungen. Die Balken zeigen den erforderlichen Gewinn, keine Prognose.

Computer-generiertes Symbolbild · Keine Darstellung tatsächlicher Kunden, Mitarbeiter oder konkreter Anlageobjekte.

Automatisierung verändert die Abläufe, nicht die Unsicherheit

Auch ein regelmäßig überwachtes Portfolio kann an Wert verlieren. Eine digitale Oberfläche, ein wissenschaftlich klingendes Modell oder die Bezeichnung „defensiv“ beseitigen dieses Risiko nicht. Die österreichische FMA erläutert die Verbindung zwischen Ertragschancen und Risiken und weist darauf hin, dass die Risiken eines Fonds von seiner Anlagepolitik und den enthaltenen Vermögenswerten abhängen.

Die erste Frage lautet daher nicht, ob der Anbieter modern arbeitet. Sie lautet: Worin wird investiert, welche Schwankungen können daraus entstehen und was passiert, wenn ich das Geld früher benötige? Dafür ist die konkrete Portfoliozusammensetzung aufschlussreicher als eine einzelne Risikozahl.

Risiken auf mehreren Ebenen betrachten

RisikoWas kann passieren?Worauf richtet sich die Prüfung?
MarktrisikoBreite Aktien- oder Anleihemärkte verlieren an Wert.Anlageklassen und Gewichtungen
KreditrisikoEin Schuldner kann Zahlungen nicht leisten.Emittentenqualität und Streuung
ZinsrisikoVeränderte Marktzinsen beeinflussen Anleihekurse.Laufzeitstruktur und Zinsempfindlichkeit
WährungsrisikoWechselkurse verändern den Wert aus Euro-Sicht.Wirtschaftliche Währungspositionen und Absicherung
LiquiditätsrisikoVerkäufe sind erschwert oder nur zu ungünstigen Preisen möglich.Handelbarkeit und Auszahlungsabläufe
Modell- und BetriebsrisikoAnnahmen oder technische Abläufe funktionieren nicht wie erwartet.Kontrollen, Zuständigkeiten und Notfallverfahren

Die Übersicht ist keine vollständige Risikoliste für jedes Produkt. Sie hilft, unterschiedliche Ursachen auseinanderzuhalten. Ein breit gestreutes Portfolio kann beispielsweise das Gewicht eines einzelnen Unternehmens reduzieren und trotzdem unter einem allgemeinen Marktrückgang leiden.

Warum Anleihen ebenfalls schwanken

Bei festverzinslichen Anleihen bewegen sich Marktzinsen und Kurse grundsätzlich in entgegengesetzte Richtungen. Steigen die Zinsen, werden ältere niedrig verzinste Anleihen weniger attraktiv und ihre Kurse können fallen. Die SEC beschreibt diesen Zusammenhang und die Bedeutung von Laufzeit und Kupon.

Ein Portfolio mit Anleihen ist deshalb nicht automatisch wertstabil. Außerdem ist zwischen einer einzelnen Anleihe mit bestimmtem Rückzahlungstermin und einem Fonds zu unterscheiden, der fortlaufend Anleihen hält und austauscht. Die Frage „Wie hoch ist der Anleihenanteil?“ sollte durch „Welche Anleihen sind es?“ ergänzt werden.

Verlust und Erholung haben unterschiedliche Prozentbasen

Ein Rückgang von 20 Prozent und ein anschließender Anstieg von 20 Prozent gleichen sich nicht aus. Der Anstieg wird vom niedrigeren Zwischenwert berechnet. Das ist reine Prozentrechnung und keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit einer Erholung.

Modell: Startwert 10.000 EuroWert nach VerlustNötiger Anstieg zurück zum Startwert
−10 Prozent9.000 Euro+11,1 Prozent
−20 Prozent8.000 Euro+25 Prozent
−40 Prozent6.000 Euro+66,7 Prozent

Was Risikokennzahlen nicht erzählen

Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite einer betrachteten Renditereihe. Sie sagt allein nicht, wie lange eine Verlustphase dauert oder ob ein finanzielles Ziel erreichbar bleibt. Ein maximaler historischer Rückgang zeigt wiederum nur die schlechteste beobachtete Phase im gewählten Datensatz. Ein anderer Zeitraum kann andere Ergebnisse liefern.

Wer vor allem auf eine geglättete Kurve schaut, sollte nach Datenhäufigkeit, Zeitraum und Berechnungsweise fragen. Monatliche Werte können Bewegungen innerhalb des Monats verdecken. Modellierte Werte sind anders zu beurteilen als die tatsächlich erreichten Ergebnisse eines live verwalteten Portfolios.

Das persönliche Risiko ist mehr als das Portfoliorisiko

Zwei Personen können dasselbe Portfolio halten und sehr unterschiedliche Folgen eines Rückgangs erleben. Wer das Geld kurzfristig für eine notwendige Ausgabe braucht, steht anders da als jemand mit flexiblem Zeitplan und zusätzlichen Rücklagen. Die SEC-Übersicht zu Anlagerisiken behandelt unter anderem den möglichen Verlust von Kapital und die Belastung der Kaufkraft durch Inflation.

Für die Einordnung helfen konkrete Fragen: Welche Ausgaben müssen sicher bedient werden? Wie lange kann eine Auszahlung verschoben werden? Wie würde sich ein erheblicher Euroverlust im Alltag auswirken? Ein Online-Fragebogen kann solche Überlegungen strukturieren. Er kann unvollständige oder veraltete Angaben nicht ausgleichen.

Was Sie beim Anbieter nachfragen können

  • Welche Anlageklassen und Risiken bestimmen mein vorgeschlagenes Portfolio?
  • Was bedeutet die Risikostufe konkret und worauf basiert sie?
  • Wie wird bei veränderten Lebensumständen oder Marktbedingungen vorgegangen?
  • Welche Grenzen haben die eingesetzten Modelle?
  • Wie erreiche ich bei technischen Problemen eine zuständige Person?

Ein Vergleich wird aussagekräftiger, wenn Kosten und mögliche Risiken gemeinsam betrachtet werden. Robo-Advisor bewusst vergleichen

Quellen und Vertiefung

  1. FMA: Geld anlegen
  2. SEC: Zinsänderungsrisiko
  3. SEC: What is Risk?

Quellen für diesen Entwurf geprüft am 4. November 2026. Internationale Quellen werden für allgemeine Anlageprinzipien verwendet; ausländische Vorschriften werden nicht auf Österreich übertragen. Modellbeispiele sind als solche gekennzeichnet.